Die Geschichte der Krabbe

Ein kleiner Lebenslauf der Krabbe

Die Geschichte der Schneeberger Krabbe

Das Fastnachtstreiben in Schneeberg kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. In früheren Zeiten kam man zu einem fröhlichen Straßentreiben am Fastnachtsdienstag zusammen. An diesem Tag wurden an verschiedenen Strassenecken immer wieder „Reden“ gehalten, in denen Ereignisse und der angestaute Ärger in der Gemeinde des vergangenen Jahres auf humorvolle Weise vorgetragen wurden. Am Abend versammelte man sich in den Gaststätten, in denen zum Tanz aufgespielt wurde.

Am 28. November 1959 wurde schließlich der „Carneval-Club Schneeberg“ gegründet. Bei der Gründungsversammlung im „Gasthaus zum Engel“, wählte man Kuno Eck, ein Schneeberger Original, zum ersten Vorstand. Dieser musste allerdings sein Amt nach einigen Wochen an Gerhard Hörst abgeben, da er zur Bundeswehr eingezogen wurde. Der erste Präsident war Rudi Bischof.

Am 23. Januar 1960 wurde der erste Elferrat mit seinem Präsidenten Erwin Kuhn, der 13 Jahre lang mit großem Erfolg seines Amtes waltete, gewählt. Das Geld zum Kauf der Narrenkappen mussten die Mitglieder selbst vorstrecken. Dem sehr erfolgreichen ersten Jahr sollten noch viele weitere folgen. 1962 wurde Eduard Winkler in das Amt des ersten Vorsitzenden gewählt. In dieser Zeit wurden auch erste Verbindungen mit dem nahen und ferneren Odenwald geknüpfte, die 1965 zum Beitritt in den Main-Neckar Narrenring führten. Mitte der 70er Jahre wurde der Verein in „Fastnachtsgesellschaft Schneeberger Krabbe“ umbenannt.

1972 übernahm Artur Trunk das Steuerrad des Vereines und fungierte bis 1990 als Vorsitzender und Präsident. Während seiner Amtszeit wurden intensive Beziehungen zu den Narrenring-Nachbarvereinen in Bayern und Baden Württemberg geknüpft. Im Jahre 1975 wurde er in das Präsidium des Main-Neckar Narrenring berufen, dem er heute als Ehrenmitglied und Ehrenrat angehört. Dem Präsidium des Main-Neckar Narrenring gehörte von 1999 bis 2008 (Geschäftsführer bzw. Vizepräsident) und aktuell wieder seit 2011 (Gebietsvertreter Nord) auch Bernhard Pfeiffer, der in der FGS von 1994 bis 2011 auch als Vizepräsident fungierte, an. Kurz nach der Jahrtausendwende gab es eine erneute Namensänderung. Der Verein führt seitdem die Bezeichnung "Faschelnachtsgesellschaft Schneeberger Krabbe".

Von 1990 bis 2007 leiteten die Gebrüder Repp, Hans Dieter Repp als Vorsitzender und Kurt Repp als Präsident, mit sehr viel Erfolg und Engagement die Geschicke der Fastnachtsgesellschaft. Unter dem neuen Führungsduo begann man mit einem intensiven Aufbau der Tanzgarden und einer kontinuierlichen Jugendarbeit. Von 2007 bis 2009 war Markus Ott zwei Jahre Vorstand der FG Schneeberger Krabbe.

Parallel dazu hat im Jahr 2007 Ralf Zang die Nachfolge als Präsident angetreten. Im Jahr 2013 beendete er seine überaus erfolgreiche, 6 jährige Dienstzeit aus privaten Gründen. Nach einer Satzungsänderung im April 2009 hatte die FG erstmals drei gleichberechtigte Vorstände: Siggi Henn, Hans-Dieter Repp und Ralf Zang. Bei den Wahlen im Jahr 2011 gab es eine neue Zusammenstellung des Führungstrios: Anke Hörst, Kurt Repp und Bernhard Pfeiffer leiteten ab sofort die Geschicke des Vereins.

Derzeit verfügt der Verein über vier Tanzgarden, ein Tanzmariechen, ein Männerballett und eine Schautanzgruppe, zahlreiche Büttenredner und eine Musikgruppe. Durch die gute Jugendarbeit ist die Faschelnachtsgesellschaft heute in der Lage, ihre Prunksitzungen auf sehr hohem Niveau mit vornehmlich heimischen Gewächsen zu gestalten. Dies ist überwiegend ein Verdienst der vielen ausgebildeten Trainerinnen, die äußerst enagiert und eifrig das ganze Jahr über die Übungsstunden leiten. Ein weiterer tragender Schritt in der Vereinsgeschichte war der Bau eines eigener Vereinsräume mit Trainingsmöglichkeiten für die Garden. Kurz nach dem Jubiläumsfest „44 Jahre FG Schneeberger Krabbe“, welches man 2003 feierte, wurde dieser Traum im April 2004 wahr! Man zog nach vielen Stunden harter Arbeit zusammen mit drei anderen Vereinen sowie der Jugend in die Räumen des neu geschaffenen Dorfwiesenhauses ein!

Als festes Brauchtum während der Fastnachtszeit ist in Schneeberg zweifellos die Ausgrabung der „Faschelnacht“, wie man in Schneeberg zu sagen pflegt, zu sehen. In früheren Jahren geschah dies am Morgen des Faschelnachtsdienstags, später dann am Samstag vor Fastnacht in Verbindung mit dem Prinzenpaarempfang. Heute wird in der ersten oder zweiten Januarwoche von jungen Burschen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Fastnacht im Symbol einer Strohpuppe „ausgegraben“. Im Anschluß an diese Zeremonie zieht ein großer Narrentroß in Richtung Turnhalle, wo auch an diesem Tag das Prinzenpaar inthronisiert wird. Ohne Unterbrechung wird seit 1966 die Marktgemeinde in der Faschingszeit durch ein Prinzenpaar regiert. Auch der „Faschelnachtszug“, der in früheren Zeiten am Fastnachtsdienstag und heute am Rosenmontag abgehalten wird, ist ein fester Bestandteil des närrischen Treibens. Den Abschluß der närrischen Kampagne bildet am Faschelnachtsdienstag ein "Hausfrauenvormittag" mit gemeinsamen Frühstück und ein Kinderumzug mit anschließendem buntem Kinder- und Familiennachmittag im Festzelt. Am Abend wird dann gegen 19.00 Uhr unter großem Wehklagen und weinenden Herzens die „Faschelnacht“ verbrannt. Das traditionelle Heringsessen am Aschermittwoch ist die letzte gemeinsame Veranstaltung der Saison.

Der „Krabb“ ist der Utzname der Schneeberger und somit auch das Symbol der Faschelnacht in der Marktgemeinde. Es gibt bestimmt mehrere Geschichten um die Entstehung der Bezeichnung "Krabbe" für die Schneeberger, im Anschluss finden Sie zwei davon (eine geschichtlich belegte und eine recht frei erfundene)!

Woher kommt die Bezeichnung "Schneeberger Krabbe"?
Jeder kennt die Schneeberger als Krabbe, aber woher kommt dieser Ausdruck?