Woher kommt der Ausdruck Krabbe?

Jeder kennt die Schneeberger als Krabbe, aber woher kommt dieser Ausdruck?


Natürlich gibt es mehrere Erklärungen oder Deutungen des Schneeberger Utznamens, deshalb habe ich mir eine davon ausgesucht, die (auch) äußerst glaubhaft klingt:

Schneeberg war vor vielen Jahren ein armes, kleines Bauerndorf ohne jegliche Industrie. Deshalb war es auch für viele Bürger gerade in den Nachkriegsjahren schwer, etwas zum Stopfen der Hälse zu beschaffen. Nur wenige hatten etwas Landwirtschaft, denn die Flächen zur Bearbeitung der Erde war gering, lebte man doch in einem engen Tal mit sehr stark bewaldeten Hängen.

Wenn dann für die Landwirte in Schneeberg und Umgebung die Zeit der Ernte gekommen war, soll sich folgendes abgespielt haben: Als die Bauern und ihre Helfer schon wieder mit ihrer Ernte nach hause gefahren waren, seien dunkel gekleidete Schneeberger Bürger ausgeschwärmt, um die zurückgelassenen Reste auf den Feldern in mühsamer Kleinarbeit einzusammeln.

Dies ähnelte anscheinend dem Vorgang, wenn man ein Feld umpflügte und danach die bei uns sehr stark vertretenen Raben über den Acker herfallen. Deshalb sagten sich die Bauern damals: „Guck emol, do kumme se widder, die Schneeberger Krabbe!“

überliefert, aufgeschrieben von Bernhard Pfeiffer